Darm gesund, alles gesund

Aktualisiert: 14. Nov.

Wir haben diesen Monat noch einmal Heilpraktikerin Julia Stade im Interview. Dieses Mal geht es um die Darmgesundheit.


Frau Stade, kann man das so sagen: „Darm gesund, alles gesund?“

Sicherlich kann man das so sagen, mit Einschränkungen. Es ist es ja mittlerweile auch kein Geheimnis mehr, dass der Darm eine wichtige Bedeutung bezüglich unserer Gesundheit hat. Paracelsus, der im 16. Jahrhundert lebte, sagte schon: „Der Tod sitzt im Darm.“ Und heute noch findet dieser Spruch hier und da seine Verwendung - bestimmt nicht ohne Grund. Was man sich einmal wirklich bewusst machen muss, ist, dass unser Darm, unsere Darmschleimhaut mit 400 bis 450 Quadratmetern die größte Oberfläche ist, die wir in unserem Körper finden können. Das ist eine enorme Größe! Unser Darm wird außerdem von Mikroorganismen besiedelt, vor allem von Bakterien, von denen wir 10-mal mehr haben (10 hoch 14), als eigene Körperzellen (10 hoch13). Auch das, muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Was außerdem sehr interessant ist, ist, dass wir mehr Nervenzellen in unserem Darm als in unserem Kopf haben. Und was vielleicht auch keine große Neuigkeit ist, dass in unserem Darm auch ein großer Teil unseres Immunsystems sitzt. Nur allein diese Aspekte, die ich gerade aufgezählt habe und die man sicherlich noch tiefgehender betrachten könnte, belegen ganz klar die Bedeutung unseres Darms. Möchte man einen Menschen gesund machen, muss man am Darm ansetzen. Das wichtigste einer Pflanze für den Gärtner ist ja auch die Wurzel. Unsere Wurzel ist der Darm.


Und wie erkennt man, ob der eigene Darm gesund ist oder nicht? Und wie würde man vorgehen, Ihrer Meinung nach, um den Darm wieder gesund zu machen?

Viele Symptome können einen „kranken“ Darm anzeigen. Angefangen von darmspezifischen Beschwerden wie Blähungen und Verstopfungen, über Hauterkrankungen, Allergien, sämtliche Autoimmunerkrankungen, die Liste ist endlos. Eine Stuhldiagnostik, um den Darm wieder gesund zu bekommen, bildet die Grundlage. Dabei wird der Stuhl- pH- Wert bestimmt und folgende Fragen können beantwortet werden: Gibt es eine übermäßige Belastung mit Pilzen? Besteht eine Entzündung an der Darmschleimhaut? Wie ist die Aufstellung der einzelnen Bakterienstämme? Wie arbeiten die Bauchspeicheldrüse und das Leber-Galle-System? Alle diese Aspekte sind wichtig um eine Therapie entsprechend nach den individuellen Bedürfnissen anpassen zu können.


Ok, aber haben Sie vielleicht für unsere Leser noch ein paar Tipps wie man jetzt schon anfangen kann, etwas Gutes für seinen Darm zu tun?

Natürlich. Zu allererst: Fangen Sie an zu kauen! Jeden Bissen 30 bis 40 Mal! Das ist für die Anregung unserer Verdauungsdrüsen ganz wichtig. Und die Ernährung spielt natürlich, dann auch in der Therapie, eine entscheidende Rolle, denn unsere guten Darmbakterien müssen wir ja auch entsprechend füttern. Und diesbezüglich kann ich empfehlen: Essen Sie viel Gemüse, gut verdaulich ist vor allem eine gedünstete Zubereitung. Achten Sie auf Ihre Ballaststoffzufuhr. Trinken und essen Sie sauer vergorene Lebensmittel, wie Sauerkraut oder Sauerkrautsaft. Zucker, auch Fruchtzucker und Obstsäfte, Alkohol, Auszugsmehle sowie verarbeitete Produkte und Fertigprodukte sind nicht förderlich, das wissen die meisten ja auch mittlerweile. Obst in Maßen ist in Ordnung. Versuchen Sie auch den Konsum von tierischen Produkten zu reduzieren, legen Sie dafür mehr Wert auf Qualität! Zum Abschluss möchte ich noch sagen, es ist nicht entscheidend, wie Sie sich von Karfreitag bis Ostermontag ernähren, entscheidend ist die Zeit zwischen Ostermontag und Karfreitag. In diesem Sinne, wünsche ich allen Lesern ein frohes Osterfest.


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